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Aus dem Rathaus

"Steinzeit - die Anfänge der menschlichen Kultur"- Neue Funde aus Hohenlohe - Sonderausstellung im Sandelschen Museum

Artikel vom 15.03.2017

Unter dem Motto „Steinzeit - die Anfänge der menschlichen Kultur wurde vom Kirchberger Arbeitskreis Geologie und Archäologie eine Jahres-Ausstellung im „Sandelschen Museum“ in Kirchberg/Jagst vorbereitet, welche am 2. April 2017 eröffnet wird. Über das Ausstellungsjahr organisiert der Arbeitskreis auch monatliche Veranstaltungen, die das Ausstellungsthema vertiefen sollen.
 
Diese Sonderausstellung begnügt sich nicht mit den von Arbeitskreismitgliedern in Hohenlohe-Franken gefundenen Werkzeugen aus Feuerstein (Keuperhornstein), sondern eröffnet einen allgemeinen, grenzüberschreitenden Blick auf die menschliche Kultur der Steinzeit.  

Im Mittelpunkt steht die bisher noch nicht gezeigte steinzeitliche Sammlung des Kriegsgerichtsrats Theodor Sandel (1861 – 1927), des Namensgebers des Kirchberger Museums. Seine Sammlung beinhaltet   jungsteinzeitliche Funde aus Oberschwaben aus der Zeit der Pfahlbauten.
Der Begriff „Steinzeit“ umfasst aber die gesamte Menschheitsgeschichte; also rund 4 Mio Jahre, wobei immer noch Raum zurück zu den Anfängen ist. Bildlich gesprochen haben sich über 99 % der Menschheitsgeschichte in der Steinzeit abgespielt, der Rest rechnet sich ab der Bronzezeit bis heute, wobei der Name „Steinzeit“ auch deshalb stimmt, weil sich über diese immensen Zeiträume über­wiegend nur Werkzeuge aus Stein (Silex) erhalten haben.

 
Mit ihren aus Elfenbein oder Knochen geschnitzten Klein­kunstwerken und ihren fast um den ganzen Erdball aufgefundenen großartigen Höhlenmalereien erhalten wir einen Einblick in das geistige und schöpferische Schaffen unserer Altvorderen. Heute zählen diese frühen Kunstwerke zum Welt­kulturerbe. Dies alles muss gesehen werden vor den großen klimatischen Herausforderungen, welche paradiesische Warmzeiten im Wechsel zu lebensfeindlichen Eiszeiten an diese frühen „Europäer“ stellte. Die Menschen der Steinzeit waren keine „Wilden“, sie hatten die gleichen Empfindungen, Stärken, Schwächen und auch Träume wie die heutigen Menschen. Sie lebten allerdings fast ohne wesentlichen Eigenbesitz im Einklang mit der Natur und hinterließen dabei eine lebensfähige Erde.

In der Kirchberger Ausstellung werden überwiegend originale Fundstücke gezeigt, aus Hohenlohe, Franken und Oberschwaben, wobei das älteste Exponat rund 1,2 Mio Jahre alt ist. Rekonstruktionen von Sicheln und anderen Geräten geben einen Eindruck vom Gebrauch der Werkzeuge. Leihgaben vom Reichsstadtmuseum Rothenburg und von Landesdenkmalamt in Esslingen sowie Gebrauchsgegen­stände und Schmuck runden die Ausstellung ab. Eine Ausstellung dieser Art ist im hohenlohisch-fränkischen Raum noch nie gezeigt worden.

Die Eröffnung der Sonderausstellung ist am Sonntag, 2. April 2017 um 11.00 Uhr

Die Ausstellung kann bis 7. Januar 2018 sonn- und feiertags von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr im Sandelschen Museum besichtigt werden

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